Gras als Koferment

Derzeit werden in ca. 30% der Biogasanlagen Gräser als Substrat eingesetzt. Intensiv geführte Dauergrünlandbestände bzw. Ackerfutter aus Weidelgras (und Klee) sind hierfür am besten geeignet.

Methan-Ertrag in Abhängigkeit von der Nutzungsintensität des Grünlandes:

Standort Anzahl
Schnitte

TM-Ertrag
(t/ha)

Methan-Ertrag
(m³/t oTS)
Methan-Hektar-Ertrag
(m³/ha)
Naturschutz-
gebiet
1 1,5 80 120
Grünland
extensiv
2 8,5 220 1870
Grünland intensiv 4 12,5 390 4875

Gras für die Biogasanlage - das rechnet sich, wenn die Qualität stimmt.
Intensiv genutztes Grünland erreicht durchaus Methan-Erträge nahe am Potenzial von Mais. Extensive Nutzung hingegen bringt wesentlich niedrigere Methan-Erträge, während Mähgut aus Naturschutzgebieten kaum noch den Aufwand von Ernte, Transport und Konservierung lohnt.

Quelle: Oechsner und Lemmer, 2002

Höchste Erträge zum richtigen Zeitpunkt:


Die unterschiedlichen Methanerträge lassen sich vor allem durch einen unterschiedlichen Ligningehalt begründen. Der Rohfasergehalt steigt mit fortschreitendem Vegetationsstadium.

Biogas-Ertrag und Methangehalt in Abhängigkeit vom Reifegrad (Schnitttermin):



Die rechts stehende Tabelle zeigt, dass frisches Wiesengras zum Zeitpunkt des Schossens geerntet (und die daraus erzeugte Silage) die höchsten spezifischen Biogaserträge bzw. den höchsten Methangehalt zeigen.

Die Untersuchung macht ferner sehr deutlich, dass beim Gras Abweichungen vom optimalen Erntetermin einen erheblichen Verlust an Methan-Erträgen mit sich bringen.
Substrat Reifestadium

TS
%

Spezifischer
Biogas-Ertrag
(Ltr/kg oTS)
Methan-
gehalt %
Frisch-
nutzung
Schossen 16,0 624,6 54,6
Rispenschieben 18,0 598,3 53,9
Beginn Blüte 20,0 573,0 53,2
Ende Blüte 22,0 551,8 52,7
Grassilage
angewelkt
Schossen 40,0 625,1 54,5
Rispenschieben 40,0 603,5 54,3
Rispenspreizen 40,0 583,8 54,1
Ende Blüte 40,0 561,6 53,6

Die Mischung macht die Qualität


Im Rahmen der Optimierung von Methanerträgen aus Gräsern kommt der Mischungs- oder Artenwahl eine erhebliche Bedeutung zu. Weidelgras – sowohl frisch als auch siliert - liefert die höchsten Biogas-Erträge. Zusätzlich sind Weidelgräser optimal an die bereits geforderte intensive Nutzung der Bestände angepasst und liefern nachhaltig höchste Trockenmasseerträge für Ihre Biogasanlage.

Für die Fermentation bieten hochwertige Grassilagen zusätzliche Vorteile. Neben der Nutzung überschüssiger Grünlandflächen und der maximalen Ausbeute je ha Ackerfläche sorgt der Einsatz von Grassilage für eine ausgeglichene Fermentation. In der Praxis bedeutet dies, dass sich der Aufwand zur Regelung des Fermenationsverlaufs reduzieren lässt.

Weiß- oder Rotklee zeichnen sich durch hohe Proteingehalte aus. Generell liefern die Proteine – neben den Fetten – höhere Gasausbeuten als Kohlenhydrate. Damit erklärt sich der höhere spezifi sche Methanertrag der Kleegrasmischung im Vergleich zur kleefreien Feldfuttermischung.


Biogas-Ertrag und Rohproteingehalt in Abhängigkeit von Mischung und Schnitttermin:

Substrat Beschreibung

Rohprotein (%)

spezifischer
Biogas-Ertrag (Ltr/kgjoTS)
Methangehalt*
des Biogases (%) ca.
Feldfutter-Mischung vor Ähren-/Rispenschieben 17,9 536,2 69
Blüte 13,7 473,7 69
Kleegras-Mischung vor Ähren-/Rispenschieben 18,1 565,2 69
Blüte 14,2 473,5 69

Quelle: 10. Alpenländliches Expertenforum, BAL Gumpenstein
* Mittelwert aus 67,1-71,4% Methangehalt des Biogases