Beurteilung des Bestandes

Bestimmung des Lückenanteils
Der erste Schritt im Grünlandmanagement ist die Beurteilung der Bestände. Gibt es Tritt- und Fahrschäden? Ist die Narbe lückig? Wie hoch ist der Anteil minderwertiger Gräser und Unkräuter im Bestand?
Je nach Lücken- und Unkraut-Anteil ist abzuwägen, welche mechanische oder chemische Behandlung in Frage kommt bzw. ob Nachsaat oder Neuansaat erforderlich sind.

Bestimmung des Lückenanteils:
Betrachten Sie an 5 auseinander liegenden Stellen eine Grundfläche von 40 x 40 cm. Wie groß der Lückenanteil ist, sehen Sie schnell, wenn sie ihre Hand in diese Grundfläche legen (Größe der Hand = ca. 15% der Grundfläche).

Die Beurteilung des Bestandes dient der Erkennung von Schäden und der Analyse der möglichen Anwendung. Die Tabelle gibt Ihnen eine Übersicht der in Frage kommenden chemischen, mechanischen und pflanzenbaulichen Maßnahmen:

Schadbild

Mechanisch

Chemisch

Pflanzenbaulich

1. Normale Tritt und Fahrschäden

walzen

-

Nachsaat, Düngung

2. Starke Tritt- und Fahrschäden, sonstige Unebeneheiten

durch Walzen nicht mehr einzuebnen

-

Neuansaat (nach Umbruch/Fräsen)

3. Narbe lückig, nicht verunkrautet; 20-30% Lücken

-

Tipula-Bekämpfung (regional und zeitlich befristet)

Nachsaat und Beweidung

4. Narbe verunkrautet; 20-30% Unkräuter wie Löwenzahn etc; Rest: hochwertige Gräser

Schröpfschnitt bei Vogelmiere

selektives Herbizid

Nachsaat

5. wie 4.; Rest minderwertige Gräserarten

Umbruch

Totalherbizid

Neuansaat

6. Narbe verfilzt
(Einjährige und Gemeine Rispe)

Narbenfilz aufreißen

-

Nachsaat und Beweidung

7. Ampferverunkrautung

-

selektives Herbizid

Nachsaat

8. Ungräser insgesamt über 40 % oder mehr als 30% Quecke

-

Totalherbizid

Neuansaat nach Narbenabtötung